Gruselgeschichten Wettbewerb 5a

Nachts im Zelt - eine Gruselgeschichte von Maggie

Ich saß vor dem Grab meiner kleinen Schwester Mira und weinte. Sie war vor einem Monat an einem Autounfall gestorben und ich vermisste sie sehr. Ich legte eine weiße Rose vor ihr Grab.

„Sophie, ich weiß, du vermisst sie. Das tue ich auch. Wirklich“, sagte mein Vater, „Aber du musst weiterleben. Pack noch die letzten Sachen in deine Tasche und ich fahr dich zum Zelten.“ „Okay“, sagte ich und wir liefen nach Hause. Das war das letzte Mal im Friedhof vor dem Zelten. Zuhause angekommen sah ich mich um und packte noch meine Haarbürste, Tic Tac-Packung und Spiegel zusammen.

Ich stieg in den „Bus“ (der Name für unser Auto) und Vater und ich fuhren weg. Weit, weit weg. Ich spürte, wie mein Herz einen Sprung machte, als wir am Friedhof vorbeifuhren. Nach ungefähr einer Stunde stoppte das Auto und ich stieg aus. „Hab Spaß, meine Liebe.“, sagte Vater. „Tschüß!“, sagte ich. Und Vater fuhr weg.

Ich suchte mir einen schönen Platz und baute mein Zelt auf. Ich legte das Foto von Mira neben meinen Schlafsack und legte mich schlafen. Ich guckte auf meine Uhr. Die Uhr schlug zwölf. Plötzlich hörte ich seltsame Geräusche und sah einen Schatten außerhalb des Zeltes. Und genau in dem Moment kam ein Mädchen rein. Sie hatte blutrote Augen und pechschwarze Haare. Ihr Gesicht war kalkweiß und sie hatte blasse Spinnenhände.

Mir stockte der Atem. Denn, komischerweise kam das Mädchen mir bekannt vor. Sie kam immer näher und fragte: „Erkennst du mich etwa nicht?“ „Ich glaube n-nicht“, war meine Antwort. „Aber- Aber früher waren wir doch immer so zusammen“, sagte sie. Plötzlich wurde ihre Stimme tief. Ich wimmerte und schwitzte. „Echt schade. Es heißt also, du hast mich VERGESSEN“, stöhnte sie. Sie kam näher. „Fass mich nicht an!“, schrie ich. Ich spürte, wie ich rot wurde. Einen Moment lang stand sie da einfach nur. „Du hast dich verändert“, murmelte sie. Auf einmal wurde mir schwindelig und ich fühlte, wie ich immer schwacher wurde. Das Mädchen kam immer näher. „Wie konntest du nur?“, spuckte sie, „Ich dachte, wir wären Schwestern für immer.“

Und plötzlich fielen mir die Schuppen von den Augen. „Mira!“, rief ich. „Ja, ganz genau. Ich musste dir einen ziemlich großen Tipp geben“, rief sie. „Aber … Aber wie kann das sein?!“, schrie ich, „Du bist tot.“ „Ja, aber nicht mehr!“, sprach sie. Plötzlich wurden ihre roten Augen noch roter und größer. Hör gut zu. Jede Nacht um 12 Uhr werde ich bei dir sein. Dieser Fluch wird dich nie verlassen“, redete sie. „Neiiiin!“, schrie ich.

Plötzlich hörte ich einen Blitz. Und im nächsten Moment war sie weg. Und so lebte ich weiter mit meinem Fluch, meiner Furcht und meinem Geheimnis.

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